Besucherbergwerk Finstergrund
Besucherbergwerk Finstergrund

Historisches

 

Der Bergbau in Wieden reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Gefördert wurden damals vor allem Silber- und Bleierz. Alte Stollen mit Bearbeitungsspuren zeugen von einer regen Bergbautätigkeit bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Namen der Ortsteile Laitenbach (Laiti = Erzgang) und Hüttbach weisen auf ehemalige Siedlungen der Bergleute hin.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Mineralienabbau (Flußspat und Schwerspat) ins Wiedener Tal. Von 1920 - mit Unterbrechungen - bis zur Stilllegung im Jahre 1972 sprengten die Bergleute auf der Suche nach Flußspat (= Fluorit) rund 20 Kilometer Stollen in einer Höhendifferenz von 360 Metern in den Berg. Das vor Ort geförderte Rohmaterial wurde zunächst in Wieden und ab 1942 in einem Flotationsbetrieb in Utzenfeld zu Flußspatmehl aufbereitet. Dieses Produkt war vor allem von der chemischen Industrie begehrt und zeitweise ein wichtiges Exportgut in die USA.

Das über drei Jahrzehnte von Carl Wölfel (Bergfürst) unter dem NamenGewerkschaft Finstergrund geführte Unternehmen kam 1969 in den Besitz von Bayer Leverkusen. Im Jahre 1972 wurde der Betrieb stillgelegt.

Schon ein Jahr später gründeten 22 ehemalige Bergleute denBergmannsverein Finstergrund Wieden. Wichtigste Ziele diese Vereinigung waren die Erhaltung der Bergbautradition und der Ausbau eines Stollens zu einem Schaubergwerk. Ab Frühjahr 1982 legten die ehemaligen Knappen Hand an, um den Stollen V im Gewann Finstergrund zu öffnen und ihn zu einem Besucherbergwerk auszubauen. Schon am 21. August 1982 konnte nach 4000 Arbeitstunden das Besucherbergwerk Finstergrundfestlich eröffnet werden.

Schon vom ersten Tage an fand der in Eigenregie betriebene Schaustollen eine äußerst gute Resonanz bei Einheimischen, Feriengästen, Schulklassen und Gruppen. Kundige Führer, meist ehemalige Bergleute, machten und machen bis zum heutige Tage den Gang durch den knapp 2 Kilometer langen Stollen zu einem einmaligen bergbauhistorischen Erlebnis.

 

 

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